In diesem Monat kommt die Frage des Monats wieder aus der Community und bevor wir einsteigen, möchten wir kurz vorstellen, wofür Diabsurance steht, denn sie unterstützt Menschen mit Diabetes dabei, transparent, unabhängig und mit besonderer Expertise den bestmöglichen Versicherungsschutz zu fairen Konditionen zu finden.
Beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung wird das individuelle Gesundheitsrisiko in der Regel in die Berechnung der Versicherungsprämie einbezogen. Für Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes kann dies zu sogenannten Risikozuschlägen führen, wodurch die monatliche Prämie im Vergleich zu einer gleichaltrigen und hinsichtlich Beruf, Geschlecht und sonstiger Merkmale vergleichbaren Person ohne Diabetes erhöht wird. Die Höhe dieser Zuschläge variiert je nach Versicherer, individueller Krankheitsausprägung und Risikoeinschätzung.
Mit der folgenden Frage möchten wir erfahren, welchen maximalen Prämienzuschlag Sie persönlich bereit wären zu akzeptieren, um dennoch eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen zu können. Dabei geht es nicht um Ihre aktuelle Versicherungssituation oder konkrete Angebote, sondern um Ihre grundsätzliche Einschätzung und Zahlungsbereitschaft im Vergleich zu einer Person ohne Diabetes mit ansonsten vergleichbaren Voraussetzungen.
Stellen Sie sich folgendes Beispiel vor:
Eine Person ohne Diabetes, die Ihnen hinsichtlich Alter, Beruf und sonstiger Merkmale vergleichbar ist, zahlt für eine Berufsunfähigkeitsversicherung monatlich 100 Euro. Aufgrund Ihres Diabetes erhebt der Versicherer einen Risikozuschlag, sodass Ihre monatliche Prämie höher ausfällt. Daher haben wir Sie im März gemeinsam mit Diabsurance gefragt:
» Welchen maximalen Zuschlag wären Sie bereit zu akzeptieren? «
Die Frage wurde von 889 Menschen mit Diabetes beantwortet. 49,7 % der Befragten waren Frauen. Die Teilnehmenden waren zwischen 19 und 89 Jahren alt, das mittlere Alter betrug 59,7 Jahre. 70,7 % der Menschen mit Diabetes haben einen Typ-1-Diabetes, 29,3 % einen Typ-2-Diabetes, im Mittel leben sie seit 27,3 Jahren mit ihrem Diabetes.
Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass die Bereitschaft, Risikozuschläge bei einer Berufsunfähigkeits-versicherung zu akzeptieren, insgesamt stark begrenzt ist. Besonders auffällig ist, dass ein großer Teil der Befragten grundsätzlich keinen Zuschlag akzeptieren würde: 41,9 % der Menschen mit Typ-1-Diabetes und sogar 53,1 % der Menschen mit Typ-2-Diabetes geben an, dass sie keinen Aufpreis in Kauf nehmen möchten.
Ein weiterer großer Anteil ist bereit, zumindest einen moderaten Zuschlag zu akzeptieren. So würden 40,9 % der Menschen mit Typ-1-Diabetes und 34,5 % der Menschen mit Typ-2-Diabetes einen Zuschlag von unter 25 % (bis etwa 125 Euro monatlich) akzeptieren. Zusammengenommen zeigt sich damit, dass rund 80 % der Befragten entweder gar keinen oder nur einen geringen Zuschlag in Betracht ziehen.

Mit steigender Höhe der Zuschläge nimmt die Zahlungsbereitschaft jedoch deutlich ab. Einen Zuschlag von 25–50 % würden nur noch 16 % der Menschen mit Typ-1-Diabetes und 11,6 % der Menschen mit Typ-2-Diabetes akzeptieren. Bei noch höheren Zuschlägen zwischen 50 und 100 % sinkt die Zustimmung weiter auf 3,3 % bei Typ-1- und 2,3 % bei Typ-2-Diabetes.
Sehr hohe Zuschläge spielen praktisch keine Rolle mehr. Zuschläge von 100–150 % werden nur noch von 0,2 % der Menschen mit Typ-1-Diabetes akzeptiert und von keiner Person mit Typ-2-Diabetes. Auch Zuschläge von über 150 % werden nahezu vollständig abgelehnt (0,3 % bei Typ-1-Diabetes, 0 % bei Typ-2-Diabetes).
Fazit: Die Ergebnisse zeigen, dass hohe Risikozuschläge für viele Menschen eine reale Hürde beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung darstellen.
Abschließend noch zur Frage des Monats April: Das kontinuierliche Glucosemonitoring (CGM) ist ein wichtiger Bestandteil des modernen Diabetes-Managements und kann die Sicherheit im Alltag deutlich erhöhen. Gleichzeitig kann die Vielzahl an Alarmen und Warnungen dazu führen, dass diese mehr als Belastung statt als Hilfe empfunden werden, an Bedeutung verlieren, oder aktiv ausgestellt werden – ein Phänomen, das als Alarmfatigue (auf deutsch: Alarm-Müdigkeit) bezeichnet wird.
Zum Thema Alarmfatigue bei der Nutzung von CGM-Systemen haben wir bereits eine Befragung durchgeführt. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, wie komplex das Thema ist und wie zweischneidig Alarme erlebt werden – sowohl Sicherheit als auch Belastung. Aufgrund der Wichtigkeit dieses Themas wurden wir eingeladen, auf dem Kongress der Deutschen Diabetes Gesellschaft im Mai einen Vortrag über Alarmfatigue zu halten. In dem Vortrag möchten wir gerne aktuelle Daten zum Thema Alarmfatigue zeigen und vor allem die Perspektive der Menschen mit Diabetes – also Ihre Perspektive – deutlich herausstellen und der wissenschaftlichen Fachwelt präsentieren.
Aus diesem Grund möchten wir gerne die Frage des Monats dazu nutzen, um Ihre Perspektive zum Thema Alarmfatigue noch genauer zu verstehen – und bitten direkt um Entschuldigung, dass es dieses Mal mehr als eine Frage geworden ist 😌
- Ich bin häufiger von den Alarmen/Warnungen genervt, als dass sie mir im Alltag helfen!
(Antwortskala: trifft gar nicht zu – trifft eher nicht zu – teils/teils – trifft eher zu – trifft voll und ganz zu) - Inwiefern würden Sie von sich selbst sagen, dass eine “Alarm-Fatigue/Alarm-Müdigkeit” auf Sie zutrifft?
Keine Alarm-Fatigue 0 —————— 10 maximal mögliche Alarm-Fatigue
- Mich haben die Alarme so genervt, dass ich …
- Alle Alarme ausgeschaltet habe
- Die Hoch-Alarme ausgeschaltet habe
- Die Niedrig-Alarme ausgeschaltet habe
- Die Vor-Alarme (Warnungen) ausgeschaltet habe
- Mich zwar aufrege, aber dennoch die Alarmeinstellungen gelassen habe
- Die Alarme nerven mich nicht
- Ich bekomme so viele “falsche Alarme”, dass ich das Vertrauen in das CGM-System verliere (Antwortskala: trifft gar nicht zu – trifft eher nicht zu – teils/teils – trifft eher zu – trifft voll und ganz zu)
- Was würden Sie der Fachwelt auf dem DDG gerne zum Thema Alarme bzw. Alarmfatigue mitgeben?
Vielen Dank für Ihre Antworten!
Dieser Artikel erscheint als Teil des wöchentlichen Letters zu hochaktuellen Entwicklungen im Bereich Diabetes Technologie. Nutzen Sie das nebenstehende Formular um sich für den diatec weekly Newsletter anzumelden!
Mit freundlichen Grüßen
![]()