Die Nutzung von CGM-Systemen hat den Alltag von Menschen mit Diabetes in den letzten Jahren deutlich verändert. Sie ermöglicht eine engmaschigere und alltagsnahe Kontrolle der Glucosewerte. Gleichzeitig berichten Anwender: innen immer wieder von Hautproblemen im Zusammenhang mit der Nutzung der Sensoren – etwa durch Pflaster, Klebstoffe oder die wiederholte Beanspruchung derselben Körperregionen. Diese Hautreaktionen können die Nutzung von CGM-Systemen im Alltag beeinträchtigen und im Einzelfall sogar dazu führen, dass die Sensoren seltener getragen oder gar nicht mehr genutzt werden. Damit stellen Hautprobleme einen wichtigen, aber oft weniger sichtbaren Aspekt der Therapie dar.
Vor diesem Hintergrund möchten wir mit der aktuellen Frage des Monats besser verstehen, wie häufig Hautprobleme bei der Nutzung von CGM-Systemen und Insulinpumpen auftreten, wie stark sie den Alltag beeinflussen und ob Betroffene im Einzelfall zeitweise auf die Nutzung verzichten müssen. Daher haben wir Sie im Mai gefragt:
- Haben Sie bei der Nutzung eines CGM-Systems oder einer Insulinpumpe Hautprobleme erlebt?
- Wie häufig treten diese bei Ihnen auf?
- Mussten Sie aufgrund Ihrer Hautprobleme zeitweise auf das Tragen eines CGM-Systems oder eine Insulinpumpe verzichten?
Hier geht es zu den Ergebnissen der Frage des Monats Mai.
Die Frage wurde von 789 Menschen mit Diabetes beantwortet. 50,1 % der Befragten waren Frauen. Die Teilnehmenden waren zwischen 20 und 89 Jahre alt, das mittlere Alter betrug 60,4 Jahre. 71,1 % der Menschen mit Diabetes haben einen Typ-1-Diabetes, 28,9 % einen Typ-2-Diabetes und im Mittel leben sie seit 28,6 Jahren mit ihrem Diabetes.
Haben Sie bei der Nutzung eines CGM-Systems oder einer Insulinpumpe Hautprobleme erlebt?

Das Ergebnisse zeigt, dass Hautprobleme bei der Nutzung von CGM-Systemen ein relevantes Thema sind – insbesondere für Menschen mit Typ-1-Diabetes. So geben 49 % der Befragten mit Typ-1-Diabetes an, bereits Hautprobleme erlebt zu haben. Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes liegt dieser Anteil mit 22,7 % deutlich niedriger. 51 % der Menschen mit Typ-1-Diabetes berichten, noch keine Hautprobleme gehabt zu haben. Bei den Menschen mit Typ-2-Diabetes stellt diese Gruppe mit 77,3 % eine klare Mehrheit dar.
Dies Ergebnis verdeutlichen, dass Hautprobleme vor allem für Menschen mit Typ-1-Diabetes eine größere Rolle spielen. Ein möglicher Grund hierfür könnte die intensivere und langfristigere Nutzung von CGM-Systemen sowie häufig auch zusätzlicher Technologien wie Insulinpumpen sein.
Wie häufig treten diese bei Ihnen auf?

Hier zeigt sich, dass Hautprobleme in beiden Gruppen überwiegend in geringer bis moderater Häufigkeit auftreten. Am häufigsten wurde angegeben, dass Hautprobleme gelegentlich vorkommen (Typ-1-Diabetes: 38,6 %, Typ-2-Diabetes: 40,3 %).
Auch die Kategorie „selten“ ist in beiden Gruppen stark vertreten, wobei sie bei Menschen mit Typ-1-Diabetes mit 36,4 % häufiger genannt wird als bei Menschen mit Typ-2-Diabetes (26,6 %).
Häufigere Ausprägungen treten insgesamt seltener auf, zeigen sich jedoch bei Typ-2-Diabetes etwas häufiger: 18,1 % der Befragten mit Typ-2-Diabetes berichten von häufigen Hautproblemen, gegenüber 11,4 % der Befragten mit Typ-1-Diabetes.
Auffällig ist zudem, dass ein nicht unerheblicher Anteil der Befragten angibt, Hautprobleme sehr häufig, d. h. bei jedem Sensor oder Katheter, zu erleben (Typ-1-Diabetes: 13,6 %, Typ-2-Diabetes: 14,9 %). Dies verdeutlicht, dass Hautprobleme für einen Teil der Betroffenen nicht nur gelegentlich auftreten, sondern eine wiederkehrende und relevante Belastung im Alltag darstellen können.
Mussten Sie aufgrund Ihrer Hautprobleme zeitweise auf das Tragen eines CGM-Systems oder eine Insulinpumpe verzichten?

Hinsichtlich der Frage, ob aufgrund von Hautproblemen zeitweise auf die Nutzung eines CGM-Systems oder einer Insulinpumpe verzichtet werden musste, zeigt sich, dass dies insgesamt nur für einen kleinen Teil der Befragten zutrifft. So geben 9,3 % der Menschen mit Typ-1-Diabetes an, bereits auf die Nutzung verzichtet zu haben. Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes ist dieser Anteil mit 18,2 % deutlich höher.
Dennoch verdeutlichen die Ergebnisse, dass Hautprobleme in einigen Fällen so ausgeprägt sein können, dass sie tatsächlich zu einer Unterbrechung der Therapie führen. Dies betrifft zwar nicht die Mehrheit, ist aber insbesondere bei Menschen mit Typ-2-Diabetes in einem relevanten Umfang zu beobachten und unterstreicht die praktische Bedeutung von Hautproblemen im Alltag.
Die Ergebnisse zeigen insgesamt, dass Hautprobleme im Zusammenhang mit der Nutzung von CGM-Systemen und Insulinpumpen für viele Menschen mit Diabetes ein relevantes Thema sind. Zwar treten Hautreaktionen häufig nur gelegentlich oder selten auf, dennoch berichtet ein nicht unerheblicher Anteil der Befragten von wiederkehrenden oder sogar sehr häufigen Beschwerden.
Insbesondere bei Menschen mit Typ-1-Diabetes zeigen sich Hautprobleme insgesamt häufiger. Gleichzeitig wird bei Menschen mit Typ-2-Diabetes deutlicher, dass, wenn Hautprobleme auftreten, diese häufiger in stärkerer Ausprägung vorkommen, also nicht nur gelegentlich, sondern teils regelmäßig oder bei jeder Anwendung.
Auch wenn die Mehrheit der Betroffenen ihre Therapie trotz Hautproblemen fortführen kann, wird zugleich deutlich, dass Hautreaktionen in einem nicht unerheblichen Anteil der Fälle dazu führen, dass die Nutzung zeitweise unterbrochen werden muss.
Somit wird deutlich, dass Hautprobleme zwar oft kein dauerhaftes Hindernis darstellen, für einen spürbaren Teil der Nutzenden jedoch eine wiederkehrende Belastung im Alltag bedeuten und daher in der Versorgung stärker berücksichtigt werden sollten.
Abschließend hier noch die Frage des Monats Juni: Menschen mit Diabetes treffen jeden Tag zahlreiche Entscheidungen, die für andere oft unsichtbar bleiben. Von der Beurteilung ihrer Glucosewerte über die Berechnung von Kohlenhydraten bis hin zum Umgang mit Unter- oder Überzuckerungen begleitet die Erkrankung viele Betroffene rund um die Uhr.
Doch Diabetes im Alltag zu managen, bedeutet häufig mehr als “nur” die Glucosewerte im Auge zu behalten. Gleichzeitig gibt es zahlreiche Missverständnisse darüber, was das Leben mit Diabetes tatsächlich bedeutet und welche Herausforderungen damit verbunden sind. Deshalb möchten wir in diesem Monat mehr darüber erfahren, wie Sie das erleben.
Dieser Artikel erscheint als Teil des wöchentlichen Letters zu hochaktuellen Entwicklungen im Bereich Diabetes Technologie. Nutzen Sie das nebenstehende Formular um sich für den diatec weekly Newsletter anzumelden!
Mit freundlichen Grüßen
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