MiniMed, die Diabetes-Technologie-Ausgründung von Medtronic, hat für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 ein deutliches Umsatzwachstum gemeldet. Mit 790 Millionen US-Dollar lag der Umsatz rund 15 % über dem Vorjahr. Gleichzeitig stieg jedoch der Nettoverlust deutlich auf 119 Millionen US-Dollar – nach 10 Millionen im Vergleichsquartal des Vorjahres.
Die Zahlen stammen noch aus der Zeit vor dem Börsengang im März dieses Jahres. Seitdem wird das Unternehmen an der Nasdaq unter dem Kürzel „MMED“ gehandelt. Beim IPO (Initial Public Offering, auf Deutsch Börsengang) nahm MiniMed rund 560 Millionen US-Dollar ein, dadurch konnte sich das Unternehmen teilweise von Medtronic lösen und eigenständig am Kapitalmarkt auftreten. Aktuell liegt die Bewertung bei etwa 5,3 Milliarden US-Dollar. Medtronic hält weiterhin rund 90 % der Anteile, plant jedoch, sich schrittweise zurückzuziehen bis zur vollständigen Trennung, die bis Ende des Jahres erwartet wird.
Das Wachstum wird vor allem durch neue Systeme zur automatisierten Insulinabgabe getragen. Eine zentrale Rolle spielt dabei das CGM-System „Simplera Sync“, das kürzlich die Zulassung der FDA erhalten hat. Zudem setzt MiniMed auf eine Partnerschaft mit Abbott, um seine Position im CGM-Markt weiter zu stärken. Für MiniMed ist das strategisch wichtig, um im Wettbewerb mit anderen AID-Systemen aufzuschließen und schneller Innovationen umzusetzen. Abbott wiederum erweitert damit die Reichweite seiner Sensoren in Richtung integrierter Therapielösungen und die Partnerschaft zielt insgesamt darauf ab, Insulinpumpen und kontinuierliche Glukosemessung noch enger miteinander zu verzahnen. Parallel dazu treibt das Unternehmen seine Pumpenpipeline voran: Mit der kleineren Pumpe „MiniMed Flex“ liegt bereits eine Zulassung vor, während die Patchpumpe „MiniMed Fit“ noch in diesem Jahr bei der FDA eingereicht werden soll.
Nach mehr als 40 Jahren Firmengeschichte ist MiniMed damit wieder ein eigenständiges Unternehmen und aktuell der einzige Anbieter, der sowohl Insulinpumpen als auch CGM-Systeme aus einer Hand anbietet. Die Strategie dabei ist: mehr Agilität, mehr Innovation und weiteres Wachstum.
Fazit: MiniMed steht an einem Wendepunkt. Das operative Wachstum zeigt, dass die Nachfrage nach integrierten Systemen steigt. Gleichzeitig macht der deutlich höhere Verlust sichtbar, wie kapitalintensiv dieser Transformationsprozess ist. Entscheidend wird sein, ob es gelingt, Innovation, Partnerschaften und Profitabilität in den kommenden Quartalen besser in Einklang zu bringen und da gibt es durchaus gute Chancen: Die Partnerschaft mit Abbott will Insulinpumpen und kontinuierliche Glukosemessung enger miteinander zu verzahnen, alle Zeichen stehen also auf AID. Abbotts CGM-Technologie zusammen mit den automatisierten Insulinabgabesysteme von MiniMed dienen dazu, ein leistungsfähigeres und interoperables Gesamtsystem schaffen. Wir sind gespannt!
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