Angehörige spielen im Diabetesalltag häufig eine wichtige Rolle: Sie helfen beim Umgang mit Unter- und Überzuckerungen, unterstützen bei der Nutzung von Diabetestechnologien oder sind einfach da, wenn es schwierig wird. Doch werden sie selbst ausreichend informiert und unterstützt? Und wie viel Einbindung wünschen sich Menschen mit Diabetes überhaupt?
Dieser Frage ist die dia·link-Community im Oktober nachgegangen. 957 Personen beteiligten sich an der Befragung, darunter 93,8 % Menschen mit Diabetes, 3,1 % Angehörige und 3,0 % Behandelnde. Das Durchschnittsalter lag bei 60 Jahren, die befragten Menschen mit Diabetes lebten im Mittel bereits seit knapp 29 Jahren mit ihrer Erkrankung.
Die Ergebnisse zeigen ein eher kritisches Bild: Viele Teilnehmende halten die bisherige Einbindung und Unterstützung von Angehörigen für unzureichend oder zumindest verbesserungswürdig. Besonders häufig wünschen sie sich mehr Informationen und Handlungssicherheit beim Umgang mit Unter- und Überzuckerungen. Aber auch psychische und emotionale Belastungen, der Umgang mit Diabetestechnologien sowie grundlegende Informationen über Diabetes und seine Behandlung spielen eine wichtige Rolle.
Dabei unterscheiden sich die Bedürfnisse durchaus: Menschen mit Typ-1-Diabetes betonen insbesondere den Umgang mit akuten Glukoseschwankungen und moderner Diabetestechnologie. Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes stehen neben der Hilfe bei Unter- und Überzuckerungen vor allem Informationen zur Erkrankung und Behandlung im Vordergrund. Angehörige wiederum wünschen sich auch Unterstützung bei eigenen emotionalen Belastungen und mehr Möglichkeiten zum Austausch.

Besonders interessant sind die Freitextantworten. Denn längst nicht alle wünschen sich eine stärkere Einbindung ihrer Angehörigen. Manche empfinden gut gemeinte Ratschläge als Bevormundung, andere möchten ihre Erkrankung lieber eigenständig managen oder haben schlicht keinen entsprechenden Unterstützungsbedarf. Auch die mögliche Überforderung von Angehörigen wird angesprochen.

Damit liefert die Befragung eine wichtige Erkenntnis: Gute Diabetesversorgung bedeutet nicht automatisch, Angehörige möglichst umfassend einzubinden. Vielmehr geht es darum, diejenigen zu informieren, zu schulen und zu unterstützen, die diese Rolle übernehmen möchten – und gleichzeitig die Selbstbestimmung der Menschen mit Diabetes zu respektieren. Denn Unterstützung ist nur dann wirklich hilfreich, wenn sie auch gewünscht wird.
Hier geht es zu den ausführlichen Ergebnissen der Oktober-Befragung.
Und dies ist die Frage des Monats November:
In welchen Bereichen sehen Sie das größte Potenzial, Diabetesprodukte nachhaltiger zu gestalten?
Ob Glukosesensoren, Insulinpumpen oder Einwegmaterialien – moderne Diabetestechnologien erleichtern den Alltag und sorgen für eine sichere Behandlung. Gleichzeitig verursachen sie Verpackungsmüll und Abfälle. Doch welche Möglichkeiten haben Menschen mit Diabetes überhaupt, ihre Versorgung nachhaltiger zu gestalten?
Mit unserer aktuellen „Frage des Monats“ möchten wir erfahren, welche Handlungsspielräume Sie bei der Auswahl Ihrer Diabetesprodukte sehen und was Sie sich für eine nachhaltigere Diabetesversorgung wünschen. Denn eines steht fest: Nachhaltigkeit darf nicht auf Kosten der Behandlungssicherheit gehen.
Da wir die Ergebnisse auf der DDG-Herbsttagung vorstellen und Ihre Erfahrungen und Wünsche in die wissenschaftliche Diskussion einbringen möchten, stellen wir diesmal einige zusätzliche Fragen. Schließlich soll auch die Perspektive der Menschen mit Diabetes Gehör finden (Mehrfachantworten sind möglich):
- Weniger Verpackungsmaterial
- Bessere Recycling- und Entsorgungsmöglichkeiten
- Längere Nutzungsdauer von Geräten
- Weniger Einwegmaterialien
- Rücknahme- und Entsorgungssysteme durch die Hersteller
- Umweltfreundlichere Herstellung und Transportwege
- Ich sehe keinen Verbesserungsbedarf
Inwieweit haben Sie das Gefühl, bei der Auswahl Ihrer Diabetesprodukte auch Aspekte der Nachhaltigkeit berücksichtigen zu können?
- Überhaupt nicht
- Eher wenig
- Teils/teils
- Eher stark
- Sehr stark
Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Dieser Artikel erscheint als Teil des wöchentlichen Letters zu hochaktuellen Entwicklungen im Bereich Diabetes Technologie. Nutzen Sie das nebenstehende Formular um sich für den diatec weekly Newsletter anzumelden!
Mit freundlichen Grüßen
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