Nicht alle Menschen mit Diabetes nutzen Insulinpumpen oder AID-Systeme. Für viele gehört die Insulininjektion mit dem Pen weiterhin zum Alltag. Dabei wird die Wahl der Pen-Nadel oft eher als technisches Detail betrachtet. Eine aktuelle italienische Studie zeigt jedoch, dass Nadellänge und -dicke einen spürbaren Unterschied machen können, vor allem beim Einstichschmerz und bei der Handhabung [1].
In einer multizentrischen offenen Real-World-Studie wurde nun untersucht, wie Menschen mit Diabetes eine 34-G-Nadel mit einer Länge von 3,5 mm im Vergleich zu ihrer bisher verwendeten Pen-Nadel bewerten. Insgesamt nahmen 300 insulinbehandelte Personen teil. Sie verglichen ihre gewohnte Nadel mit einer Stärke von 30 bis 33 G mit der neuen 34-G-Nadel über jeweils zwei Anwendungszeiträume von zwei Wochen. Der wichtigste Endpunkt war der empfundene Einstichschmerz.
Die Ergebnisse fielen deutlich zugunsten der dünneren und kürzeren Nadel aus. Weniger Schmerzen: 62 % der Teilnehmer berichteten bei Verwendung der 34-G-Nadel über minimale oder gar keine Schmerzen. Bei der zuvor verwendeten Nadel waren es lediglich 8 %. Umgekehrt gaben 22 % bei ihrer bisherigen Nadel den höchsten Schmerzwert an, verglichen mit 5 % bei der 34-G-Nadel.
Einfachere Handhabung: 77 % bewerteten die 34-G-Nadel hinsichtlich der Benutzerfreundlichkeit am besten, gegenüber 20 % für ihre bisherige Nadel.
Weniger lokale Probleme: Unter der 34-G-Nadel wurden weniger Hautreaktionen wie Blutergüsse oder Reizungen berichtet. Auch hypo- oder hyperglykämische Episoden traten seltener auf. 80 % der Teilnehmer berichteten während der Verwendung der 34-G-Nadel über keine Glucoseschwankungen.
Trotz dünnerer Bauweise robust: 94 % beobachteten kein Verbiegen der 34-G-Nadel während der Anwendung. Bei den zuvor verwendeten Nadeln lag dieser Anteil bei 64 %.
Fazit: Die Studie zeigt, dass auch ein scheinbar kleines Detail wie die Pen-Nadel einen relevanten Einfluss auf die tägliche Insulintherapie haben kann. Die sehr kurze und dünne 34-G-Nadel wurde von den Teilnehmern deutlich häufiger als schmerzarm und einfach anzuwenden bewertet.
Gerade bei einer Therapie, die täglich und häufig mehrfach durchgeführt werden muss, sind solche Unterschiede nicht banal. Weniger Schmerzen und eine unkomplizierte Anwendung können die Akzeptanz der Insulintherapie verbessern – und damit möglicherweise auch die Therapietreue.
Literatur
- Gentile S, Fiorentino R, Lettieri M, Guarino G, Marino G, Tommasi E, et al. Enhancing Insulin Therapy Adherence Through Technology: Which Needles Do People with Diabetes Prefer? Diabetology. 2026;7(3):56. doi:10.3390/diabetology7030056.
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