Eine retrospektive Analyse zur Auswirkung von CGM auf die Inanspruchnahme von Gesundheitsressourcen bei gut 20.000 Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes, die ausschließlich mit Nicht-Insulin-Therapien behandelt wurden, zeigte 12 Monate nach Einführung von CGM eine deutliche Verringerung akuter Versorgungsereignisse [1]. So gingen Krankenhausaufenthalte aller Ursachen um 25 % zurück, DKA-Ereignisse sogar um 86 %.
Für die Analyse nutzten die Autoren die „Inovalon Insights“-Datenbank für den Zeitraum 2016 bis 2024. Eingeschlossen wurden CGM-naive Erwachsene mit Typ-2-Diabetes und durchgehender Versicherungsdeckung jeweils 12 Monate vor und nach Beginn der CGM-Nutzung. Voraussetzung war, dass die Behandlung ohne Insulin erfolgte.
Nach 12 Monaten zeigte sich eine statistisch signifikante Verbesserung bei allen primären Endpunkten:
- Krankenhausaufenthalte aller Ursachen: –25 %
- Notaufnahmen: –7 %
- hyperglykämische Ereignisse: –7 %
- diabetische Ketoazidose (DKA): –86 %
- zusammengesetzte akute Diabeteskomplikationen, (DKA, Hyperglykämie, Hypoglykämie, hypoglykämisches Koma und Hyperosmolarität): –7 %
Auch die absoluten Ereignisraten pro 1.000 Patientenjahre gingen zurück. Die Krankenhausaufenthalte sanken von 890 auf 706 Ereignisse, Notaufnahmen von 480 auf 445. Die DKA-Rate verringerte sich von 12 auf 4 Ereignisse pro 1.000 Patientenjahre.
Subgruppenanalysen zeigten, dass die beobachteten Effekte nicht auf eine einzelne Hochrisikogruppe beschränkt waren. Bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen gingen Krankenhausaufenthalte um 35 % zurück, Notaufnahmen um 12 %. Bei Menschen mit Nierenerkrankungen wurde ein Rückgang der Krankenhausaufenthalte um 33 % beobachtet, bei Menschen mit Hypertonie um 26 %.
Die Analyse macht zudem deutlich, dass Akutversorgung einen erheblichen Anteil der diabetesbezogenen Ausgaben in den USA ausmacht. Schon eine moderate Verringerung von Krankenhausaufenthalten und Notaufnahmen kann daher gesundheitsökonomisch relevant sein.
Fazit: Diese große retrospektive Real-World-Analyse ergänzt die wachsende Evidenz, dass CGM bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes ohne Insulintherapie mit einer geringeren Inanspruchnahme akuter medizinischer Versorgung verbunden sein kann. Der Nutzen der Technologie scheint damit über eine reine Verbesserung der Glucosewerte hinauszugehen.
Gleichzeitig bleibt die Interpretation begrenzt: Das retrospektive Studiendesign erlaubt keine kausalen Schlussfolgerungen. Auch andere Faktoren, etwa eine intensivere medikamentöse Behandlung oder eine engere Betreuung nach Beginn der CGM-Nutzung, könnten zu den beobachteten Rückgängen beigetragen haben. Zudem fehlen HbA1c-Werte, CGM-Messdaten und Informationen zur Therapietreue, was die Bewertung der Ergebnisse zusätzlich einschränkt.
- Sharma AK, Lee A, Mehta S, Panjwani Q, Burugapalli BS. Impact of Continuous Glucose Monitor on Health Care Resource Utilization in Adults with Type 2 Diabetes Managed by Noninsulin Therapies. Diabetes Technol Ther. 2026:15209156261423934. Epub 20260301. doi: 10.1177/15209156261423934. PubMed PMID: 41766065.
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