Ein Gastbeitrag von Thorsten Christann
Die Ausgabe 2026 vereint über 300 Lösungen von rund 235 Unternehmen – von Continuous Glucose Monitoring (CGM) Systemen und Insulinpumpen bis hin zu Automatisierter Insulinabgabe (AID) Software und nicht-invasiver Glukosemessung.
Die zentrale Erkenntnis in diesem Jahr: Der Markt wächst weiter, aber mit veränderten Schwerpunkten. Ein klarer Trend ist die zunehmende Fokussierung auf Menschen mit Typ-2-Diabetes. Innovationen zielen stärker auf Skalierbarkeit, einfache Anwendung und breiten Zugang, weg von reiner High-End-Technologie.
CGM bleibt Wachstumstreiber, zeigt jedoch erste Anzeichen von Konsolidierung. Während wenige große Anbieter dominieren, entstehen im Hintergrund neue Trends. Weg von der reinen Messung eines einzelnen Werts hin zu Multi-Analyten-Systemen, die künftig mehrere Parameter wie Glukose und Ketone parallel erfassen können. Auch technologisch entstehen neue Ansätze, etwa durch Microneedle-basierte Sensoren, die bestehende Messmethoden herausfordern könnten.
Der Wettbewerb untereinander fokussiert momentan auf längere Tragezeiten bis zu 21 Tage, höhere Genauigkeit und erweiterte Messparameter. Implantierbare Sensoren mit Laufzeiten von bis zu 365 Tagen zeigen, was technologisch bereits möglich ist. Gleichzeitig bleibt die Zahl aktiver Unternehmen in diesem Bereich gering – ein klares Zeichen dafür, dass implantierbare CGM aktuell noch eine spezialisierte Marktnische darstellen.
Automatisierte Insulinabgabe (AID) hat sich endgültig als Standard bei Insulinpumpen etabliert. Innovation findet heute vor allem in Benutzerfreundlichkeit, Systemintegration und Kombination mit anderen Technologien statt. Besonders Patch-Pumpen gewinnen deshalb an Bedeutung, da sie einfacher anzuwenden sind und sich dadurch besser für Typ-2-Patient:innen eignen.
Im Bereich Diabetes-Software und DiGA (Digitale Gesundheitsanwendungen) bleibt das Potenzial hoch, der kommerzielle Durchbruch jedoch begrenzt. Insbesondere bei den DiGAs sorgen regulatorische Hürden und Evidenz-Anforderungen dafür, dass Anbieter ihre DiGA-Listung verlieren. Digitale Lösungen adressieren oft die Verfügbarkeit und Auswertung von Daten, die eigentliche Herausforderung liegt jedoch darin, dass gerade Typ-2-Diabetes im Alltag oft wenig spürbar ist und die notwendigen nachhaltigen Lebensstil-Änderungen schwer umsetzbar sind. Genau hier stoßen viele Anwendungen an ihre Grenzen.
Ein besonders dynamisches Feld bleibt die nicht-invasive Glukosemessung. Erste technologische Ansätze, etwa auf Basis optischer Verfahren, thermischer und bewegungsbasierter Sensorik, sind bereits am Markt verfügbar. Allerdings fehlt es bislang noch an belastbaren Nachweisen zur klinischen Messgenauigkeit. Parallel steigen Investitionen und die Zahl neuer Akteure.
Fazit: Der Diabetes-Technologie-Markt entwickelt sich selektiv weiter. CGM bleibt zentral, AID ist gesetzt und Typ-2-Diabetes rückt in den Fokus. Die nächste große Disruption könnte aus der nicht-invasiven Glukosemessung kommen, dies scheint aber noch weiter entfernt zu sein.
Die Landscape kann unter folgendem Link kostenfrei heruntergeladen werden: https://digital-oxygen.com/de/technologielandschaft-fuer-fortgeschrittene-diabetesbehandlung-2026/
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