Das MiniMed Go Smart MDI-System kombiniert den intelligenten Insulinpen InPen mit kontinuierlichen Glucosedaten aus dem CGM-System Simplera Sync in einer gemeinsamen App mit dem Ziel, AnwenderInnen datenbasierte Hinweise zur Insulindosierung zu geben und so die Therapieentscheidung im Alltag zu unterstützen.
Frühere Real-World-Daten zur bisherigen Smart-MDI-Plattform zeigten deutliche Effekte: Bei Personen, die konsequent auf Warnmeldungen zu versäumten Insulindosen reagierten, stieg die Zeit im Zielbereich (Time in Range) von 56 % auf 72 %. Diese Zahlen unterstreichen das Potenzial strukturierter, digital unterstützter MDI-Therapien.
Das System umfasst zudem CareLink Clinic Reporting und ermöglicht damit eine strukturierte Auswertung der Patientendaten und unterstützt die klinische Interpretation sowie Therapieanpassung.
MiniMed Go ist zugelassen für Menschen mit insulinbedürftigem Diabetes ab 7 Jahren und Kinder im Alter von 2 bis 6 Jahren unter Aufsicht von Erwachsenen. Nach der EU-Zulassung wird auch der gemeinsam von Medtronic und Abbott entwickelte Instinct Go-Sensor mit dem System kompatibel sein. Die Einführung erfolgt ab diesem Monat schrittweise in Europa. In den USA ist dieses System derzeit noch nicht zugelassen.
Mit MiniMed Go erweitert Medtronic sein Ökosystem vernetzter Diabetesgeräte gezielt für MDI-Anwenderinnen und -Anwender. Das System integriert Insulindosierungsdaten aus dem InPen und Glucosedaten aus Simplera in einer mobilen App und liefert in Echtzeit Glucosewerte sowie Dosierungsempfehlungen. Damit positioniert sich Medtronic nicht ausschließlich im AID-Segment, sondern adressiert auch jene Patientengruppe, die kein automatisiertes System nutzt oder nutzen möchte.
Fazit: Vernetzte Technologien gewinnen weiter an Bedeutung. Intelligente Entscheidungshilfen für MDI-Anwender können dazu beitragen, die therapeutische Lücke zwischen traditioneller Injektionstherapie und AID-Systemen zu schließen.
Für Medtronic, künftig wieder unter der Marke MiniMed auftretend, könnte ein erfolgreiches Smart-Pen-System ein strategisch wichtiger Baustein im Portfolio sein: nicht als Konkurrenz zu AID, sondern als komplementäre Lösung für eine große, bislang weniger digital unterstützte Patientengruppe. Smart MDI ist damit weniger ein Ersatz für Automation, sondern ein pragmatischer Zwischenschritt in Richtung datengetriebener Insulintherapie.
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