Hallo, ich bin Sandy (gesprochen Sandi). Ich mache meinen YouTube-Kanal mittlerweile seit über 5 Jahren und helfe Menschen im Umgang mit der Technik und den Alternativen, wie man sie für sich sinnvoll nutzen kann:
Seit über 29 Jahren lebe ich mit Typ-1-Diabetes. Aus dieser persönlichen Erfahrung heraus habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, moderne Diabetes-Technologien verständlich, praxisnah und barrierefrei zugänglich zu machen – insbesondere für Menschen mit Sehbehinderung, aber auch für alle, die sich aktiv mit automatisierter Insulintherapie beschäftigen möchten.
Die Diabetologie befindet sich in einem tiefgreifenden technologischen Wandel. CGM-Systeme, automatisierte Insulinabgabe (AID) und datenbasierte Therapieentscheidungen prägen zunehmend den Versorgungsalltag. Gleichzeitig wächst der Bedarf an verständlicher Aufklärung, praktischer Einordnung und patientennaher Vermittlung dieser Technologien. Genau hier setzt meine Arbeit an: Ich übersetze komplexe Technik in Alltagssprache, vermittle Wissen aus Anwenderperspektive und schaffe Orientierung – besonders dort, wo kommerzielle Systeme oder klassische Schulungsformate an ihre Grenzen stoßen.
Ein zentraler Schwerpunkt ist AndroidAPS (AAPS), ein quelloffenes, selbst konfigurierbares AID-System. Im Gegensatz zu geschlossenen kommerziellen Lösungen ermöglicht AndroidAPS eine hohe Individualisierbarkeit, transparente Algorithmen und die Integration unterschiedlichster CGM-Systeme, Pumpen, Smartphones und Wearables. Diese Offenheit erlaubt flexible Anpassungen an individuelle Lebensrealitäten. In meinen Anleitungen erkläre ich alle Schritte verständlich und nachvollziehbar. Für viele Menschen bedeutet das stabilere Glukosewerte, mehr Sicherheit und vor allem mehr Autonomie – unabhängig von Herstellergrenzen.
Ein besonderer Fokus meiner Arbeit liegt auf Barrierefreiheit. Menschen mit Sehbehinderung stoßen im Diabetes-Alltag häufig auf Apps, Displays oder Geräte, die nicht zugänglich gestaltet sind. Auf meiner Webseite und meinem YouTube-Kanal zeige ich, wie AndroidAPS barrierefrei genutzt werden kann, welche Systeme zugänglicher sind und wie Screenreader, Smartwatch-Darstellungen oder externe Displays sinnvoll eingesetzt werden können. Barrierefreiheit ist für mich kein Sonderthema, sondern ein Qualitätsmerkmal moderner Diabetestherapie, das für Betroffene wie für Fachpersonal zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Praxisnah beschäftige ich mich außerdem mit der Darstellung von Glukosedaten auf Smartwatches oder externen Displays wie dem Ulanzi (= Pixel-Displays, die von Technik-Enthusiasten genutzt werden, um Glukose- oder andere Messwerte direkt sichtbar zu machen). Sie ermöglichen eine schnelle, diskrete Informationsaufnahme und erhöhen die Sicherheit im Alltag. Besondere Vorteile bieten sie für Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen und zeigen exemplarisch, wie technische Innovationen jenseits klassischer Smartphone-Displays konkret im Alltag ankommen.
Ein weiteres Anliegen ist es, Alternativen zu geschlossenen, proprietären Systemen sichtbar zu machen. Dabei geht es nicht um ein Entweder-oder, sondern um Aufklärung über offene und nachhaltige Lösungen, die langfristige Nutzbarkeit vorhandener Hardware und einen bewussten Umgang mit Ressourcen. Nachhaltigkeit bedeutet für mich auch, Wissen zu teilen, Systeme zu verstehen und selbstbestimmt handeln zu können.
Ich bin regelmäßig auf Fach- und Community-Veranstaltungen wie dem t1day oder der DDG-Frühjahrstagung präsent und nehme meine Community aktiv mit: durch Berichte vom Kongressgeschehen, Interviews mit Fachpersonen und Herstellern sowie durch Einordnungen neuer Technologien aus Anwenderperspektive. So entsteht eine Brücke zwischen Fachwelt und Alltag, die vielen Menschen sonst verschlossen bliebe.
Darüber hinaus organisiere ich regelmäßig Looper-Treffen in Nürnberg. Für viele sind diese Treffen der erste Einstieg in AndroidAPS, eine wichtige Plattform für Erfahrungsaustausch und eine niedrigschwellige Anlaufstelle bei technischen Problemen. Häufig bin ich der erste Kontaktpunkt, wenn etwas nicht funktioniert – und versuche zu helfen, zu erklären und Menschen miteinander zu vernetzen. Ich teste zudem regelmäßig neue CGM-Systeme und, sofern zugänglich, auch neue Insulinpumpen. Mein Fokus liegt dabei nicht nur auf technischen Daten, sondern auf Alltagstauglichkeit, Barrierefreiheit, Integration in offene Systeme und dem praktischen Nutzen für unterschiedliche Nutzergruppen. Diese Erfahrungsberichte ergänzen klassische Produktinformationen um die Perspektive echter Anwendung.
Der YouTube-Kanal „Sandys Diabetes Loop“ ist das zentrale Medium meiner Arbeit. Dort finden sich Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Praxisbeispiele, Produkttests, Kongressberichte und Einblicke in den Alltag mit AID-Systemen. Der Kanal richtet sich an Menschen mit Typ-1-Diabetes, Angehörige, Diabetes-Teams und technisch Interessierte gleichermaßen.
All diese Aktivitäten erfolgen neben einer Vollzeitbeschäftigung und meinem Familienleben. Sie sind getragen von persönlicher Überzeugung, Engagement und dem Wunsch, die Diabetesversorgung nachhaltig, inklusiv und verständlich weiterzuentwickeln. Meine Arbeit verbindet Technologie, Barrierefreiheit, Praxiswissen und Community-Engagement. Sie zeigt, wie moderne Diabetes-Technologien verantwortungsvoll, nachhaltig und inklusiv genutzt werden können – und welchen Mehrwert offene Systeme für Betroffene und Fachwelt gleichermaßen bieten.
Dieser Artikel erscheint als Teil des wöchentlichen Letters zu hochaktuellen Entwicklungen im Bereich Diabetes Technologie. Nutzen Sie das nebenstehende Formular um sich für den diatec weekly Newsletter anzumelden!
Mit freundlichen Grüßen
![]()