» Was gibt Ihnen Hoffnung im Umgang mit Diabetes?«
In den sozialen Medien sind wir auf die Frage gestoßen, was Menschen im Umgang mit Diabetes Hoffnung gibt. Diese Fragestellung hat uns angesprochen und inspiriert, sie auch an unsere Community weiterzugeben, um unterschiedliche Perspektiven von Menschen mit Diabetes, ihren Angehörigen und BehandlerInnen sichtbar zu machen.
Die Frage wurde von 960 Menschen beantwortet. Davon waren 92,9 % der Befragten Menschen mit Diabetes, 3,0 % Angehörige von Menschen mit Diabetes und 4,1 % BehandlerInnen. 52,1 % der Befragten waren Frauen. Die Teilnehmenden waren zwischen 20 und 89 Jahre alt, das mittlere Alter betrug 59,4 Jahre. 70,6 % der Menschen mit Diabetes haben einen Typ-1-Diabetes, 29,4 % einen Typ-2-Diabetes, im Mittel leben sie seit 28,8 Jahren mit ihrem Diabetes.
Die Ergebnisse der „Frage des Monats” zeigen, dass die Hoffnung im Umgang mit Diabetes vor allem aus medizinischem Fortschritt und technologischen Entwicklungen geschöpft wird. Moderne Diabetestechnologie – etwa neue Glucosemonitoringsysteme, Insulinpumpen oder digitale Hilfsmittel – wird über alle Befragtengruppen hinweg am häufigsten als hoffnungsgebend genannt. Besonders ausgeprägt ist dieser Aspekt aus Sicht der BehandlerInnen (45,5 %) und Menschen mit Typ-1-Diabetes (35,7 %), aber auch Menschen mit Typ-2-Diabetes (20,5 %) und Angehörige (30,8 %) messen technischen Innovationen eine hohe Bedeutung zu.

Ebenfalls zentral sind der medizinische Fortschritt und neue Behandlungsmöglichkeiten. Dieser Faktor wird von allen Gruppen ähnlich häufig genannt und unterstreicht die Erwartung, dass Forschung und Weiterentwicklung der Therapie die Lebensqualität von Menschen mit Diabetes weiter verbessern können. Darüber hinaus spielen eine gute medizinische Betreuung und verlässliche AnsprechpartnerInnen eine wichtige Rolle für das Hoffnungsempfinden. Menschen mit Typ-2-Diabetes (20,9 %) betonen dies deutlich stärker als Menschen mit Typ-1-Diabetes (7,9 %), Angehörige (15,4 %) und BehandlerInnen (12,1 %). Trotzdem sehen alle eine kontinuierliche, vertrauensvolle Versorgung im Alltag als sehr wichtig an.
Persönliche Faktoren wie das eigene Engagement, das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, eigene Erfahrungen und das wachsende Verständnis für den eigenen Diabetes tragen ebenfalls zur Hoffnung bei. Sie werden jedoch insgesamt seltener genannt als strukturelle oder medizinische Aspekte. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Hoffnung nicht nur aus inneren Ressourcen, sondern in hohem Maße auch aus äußeren Rahmenbedingungen entsteht.
Vergleichsweise selten werden soziale Unterstützung, der Austausch mit anderen Menschen mit Diabetes, psychische Unterstützung oder positive Vorbilder als zentrale Hoffnungsquellen genannt. Auch die Aussicht auf eine mögliche Heilung spielt insgesamt eine untergeordnete Rolle und wird vor allem von BehandlerInnen häufiger benannt als von Menschen mit Diabetes selbst. Auffällig ist zudem, dass nur ein kleiner Teil der Befragten angibt, aktuell wenig oder keine Hoffnung im Umgang mit Diabetes zu verspüren.
Die Ergebnisse zeigen, dass Hoffnung im Umgang mit Diabetes vor allem durch konkrete, erlebbare Verbesserungen entsteht. Für viele Menschen sind medizinischer Fortschritt, moderne Diabetestechnologie und eine verlässliche medizinische Betreuung zentrale Hoffnungsquellen – deutlich stärker als abstrakte Zukunftsperspektiven, wie eine mögliche Heilung.
Gleichzeitig wird deutlich, dass persönliche Ressourcen wie eigenes Engagement, Erfahrung und Wissen zwar eine Rolle spielen, jedoch häufig erst im Zusammenspiel mit unterstützenden Rahmenbedingungen wirksam werden. Hoffnung ist demnach weniger eine individuelle Haltung, sondern eng an Strukturen der Versorgung, an Innovationen und an das Gefühl guter Begleitung im Alltag gebunden. Insgesamt unterstreichen die Ergebnisse die Bedeutung einer ganzheitlichen Diabetesversorgung, die technologische und medizinische Entwicklungen ebenso berücksichtigt wie Vertrauen, Orientierung und Verlässlichkeit. Diese Kombination scheint entscheidend dafür zu sein, Menschen mit Diabetes langfristig Zuversicht und Perspektive im Umgang mit ihrem Diabetes zu geben.
Abschließend hier noch die Frage des Monats für den Februar: In den Medien wird seit einiger Zeit verstärkt über sogenannte „Abnehmspritzen“ berichtet. Dabei handelt es sich um Medikamente, die ursprünglich zur Behandlung von Diabetes entwickelt wurden und meist im Zusammenhang mit Gewichtsreduktion dargestellt werden. Diese Berichterstattung kann bei Menschen mit Diabetes unterschiedliche Wahrnehmungen und Gefühle auslösen. Wir möchten gerne mehr darüber erfahren, wie Sie die mediale Darstellung dieser Medikamente wahrnehmen und bewerten und möchten Sie in diesem Monat fragen:
„Wie empfinden Sie die Berichterstattung in den Medien über „Abnehmspritzen“, also ursprünglich zur Behandlung von Diabetes entwickelte Medikamente? (Mehrfachantwort möglich)“
- Ich finde es grundsätzlich gut, da das Thema Diabetes dadurch mehr Aufmerksamkeit erhält.
- Ich befürchte, dass dadurch ein falsches Licht auf Menschen mit Diabetes fällt.
- Die Darstellung von Diabetes ist dadurch sehr einseitig.
- Ich befürchte, dass Menschen mit Diabetes dadurch schlechter mit diesen Medikamenten versorgt werden könnten.
Und hier noch der Link, danke fürs Mitmachen!
Dieser Artikel erscheint als Teil des wöchentlichen Letters zu hochaktuellen Entwicklungen im Bereich Diabetes Technologie. Nutzen Sie das nebenstehende Formular um sich für den diatec weekly Newsletter anzumelden!
Mit freundlichen Grüßen
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