Digitalisierung ist in aller Munde – und doch bleibt vieles voneinander getrennt.
Ein Wort taucht dabei immer wieder auf: Interoperabilität. Uns hat interessiert, was Sie mit dem Wort Interoperabilität verbinden und Sie im November gefragt:
»Welches Wort verbinden Sie mit Interoperabilität? «
Die Frage wurde von 816 Menschen beantwortet, davon waren 92,7 % der Befragten Menschen mit Diabetes, 3,3 % Angehörige von Menschen mit Diabetes und 4,1 % BehandlerInnen. 53,2 % der Befragten waren Frauen, die Teilnehmenden waren zwischen 20 und 89 Jahre alt, das mittlere Alter betrug 58,4 Jahre. 79,4 % der Menschen mit Diabetes haben einen Typ-1-Diabetes und 20,6 % einen Typ-2-Diabetes. Im Mittel leben sie seit 28,9 Jahren mit ihrem Diabetes. Ihre Antworten haben wir zu einer Wortwolke gestaltet.

Die Wortwolke zeigt deutlich, dass die dia·link-Community vor allem Begriffe nennt, die Zusammenarbeit, Austausch und Kompatibilität zwischen verschiedenen digitalen Systemen betonen. Am häufigsten genannt und daher besonders groß dargestellt sind Wörter wie:
- Zusammenarbeit
- Systeme
- Zusammenspiel
- Miteinander
- Datenaustausch
- Kompatibilität
- Verschiedene/unterschiedliche Systeme
Diese zentralen Begriffe machen sichtbar, dass Interoperabilität für die Befragten vor allem bedeutet, dass verschiedene Geräte, Anwendungen und Datenquellen reibungslos miteinander interagieren können. Auffällig ist zudem, dass Begriffe wie „Miteinander“ und „Zusammenarbeit“ über die rein technische Ebene hinausgehen: Sie verweisen nicht nur auf den Austausch von Daten, sondern auch auf Kommunikation und Kooperation zwischen Menschen und Organisationen – etwa zwischen ambulanten und stationären Behandlungsteams, zwischen Praxen und Kliniken sowie zwischen unterschiedlichen Unternehmen, die digitale Produkte entwickeln. Damit zeigt sich, dass Interoperabilität aus Sicht der Community sowohl technische Kompatibilität als auch ein kooperatives Zusammenspiel aller beteiligten Akteure umfasst.
Viele weitere Begriffe wie etwa „nahtlos“, „verbinden“, „Vernetzung“, „Freiheit“, „Schnittstellen“ oder „vereinfachen“ – zeigen, dass sich die dia·link-Community mehr Alltagstauglichkeit, weniger Fragmentierung und eine Entlastung durch bessere technische Verknüpfungen wünscht.
Die Wortwolke macht auch deutlich, dass Interoperabilität positiv wahrgenommen wird. Sie wird mit Flexibilität, Vereinfachung und Zukunft assoziiert. Gleichzeitig tauchen Begriffe wie „kompliziert” oder „kaputt” nur sehr klein auf – ein Hinweis darauf, dass zwar Herausforderungen wahrgenommen werden, die Erwartung an Verbesserungen jedoch überwiegt.
Insgesamt zeigt die Wortwolke: Interoperabilität bedeutet für die dia·link-Community vor allem, dass Systeme miteinander statt nebeneinander arbeiten – und damit den Alltag erleichtern.
Abschließend haben wir noch die Ergebnisse der Frage des Monats Dezember, die lautete:
» Wie wichtig sind spezialisierte Diabetes-Fachkliniken für eine gute Versorgung von Menschen mit Diabetes? Wann halten Sie eine stationäre Behandlung in einer Diabetes-Fachklinik für sinnvoll?«
Manche Situationen im Leben mit Diabetes können herausfordernd sein, beispielsweise bei Therapieanpassungen, Schwierigkeiten bei der Stoffwechseleinstellung, zusätzlichen gesundheitlichen Belastungen oder psychischen Belastungen durch den Alltag mit Diabetes. In solchen Momenten kann eine stationäre Behandlung in einer Diabetes-Fachklinik sinnvoll sein, um medizinische, therapeutische und psychologische Unterstützung zu erhalten.
Die Frage wurde von 841 Menschen beantwortet. Davon waren 92,3 % der Befragten Menschen mit Diabetes, 3,2 % Angehörige von Menschen mit Diabetes und 4,5 % BehandlerInnen. 52,1 % der Befragten waren Frauen. Die Teilnehmenden waren zwischen 20 und 89 Jahre alt, das mittlere Alter betrug 59 Jahre. 78,9 % der Menschen mit Diabetes haben einen Typ-1-Diabetes, 21,1 % einen Typ-2-Diabetes, im Mittel leben sie seit 28,9 Jahren mit ihrem Diabetes.

Wie wichtig sind spezialisierte Diabetes-Fachkliniken für eine gute Versorgung von Menschen mit Diabetes?

Wann halten Sie eine stationäre Behandlung in einer Diabetes-Fachklinik für sinnvoll?
Die Auswertung der Frage des Monats zeigt ein sehr klares und nahezu einhelliges Bild. Spezialisierte Diabetes-Fachkliniken werden von allen befragten Gruppen als zentraler Bestandteil einer guten Versorgung wahrgenommen. Ein großer Teil der Menschen mit Diabetes (Typ-1-Diabetes: 74,3 %; Typ-2-Diabetes: 77,4 %) bewertet diese Einrichtungen als sehr wichtig, ein weiterer Teil der Menschen mit Diabetes stufen sie als wichtig ein. Ähnliche Einschätzungen finden sich bei Angehörigen und BehandlerInnen, wobei Angehörige mit 79,2 % den höchsten Anteil an sehr hohen Wichtigkeitsbewertungen aufweisen. Ablehnende Haltungen spielen praktisch keine Rolle. Damit wird deutlich, dass Diabetes-Fachkliniken nicht als optionales Zusatzangebot, sondern als unverzichtbare Ergänzung der ambulanten Versorgung gesehen werden.
Besonders aufschlussreich ist die Betrachtung der Situationen, in denen eine stationäre Behandlung als hilfreich angesehen wird. Die Ergebnisse zeigen, dass dies vor allem dann der Fall ist, wenn die Erkrankung eine erhöhte Komplexität erreicht oder Menschen mit Diabetes an ihre individuellen Belastungsgrenzen stoßen. Eine stationäre Behandlung wird insbesondere bei neu diagnostiziertem Diabetes als sinnvoll eingeschätzt, da hier eine strukturierte Therapieeinleitung, eine intensive Schulung und eine Orientierung im Umgang mit der Erkrankung erfolgen können. Auch bei anhaltenden Schwierigkeiten in der Stoffwechseleinstellung sehen viele Befragte klare Vorteile einer zeitlich begrenzten stationären Betreuung, um Ursachen gezielt zu analysieren und Therapien anzupassen.
Darüber hinaus wird eine stationäre Behandlung häufig dann als hilfreich beschrieben, wenn es wiederholt zu Unterzuckerungen oder metabolischen Entgleisungen kommt. In solchen Fällen ermöglicht der stationäre Rahmen eine engmaschige Beobachtung und sichere Anpassung der Therapie. Ähnlich wird die Situation bei der Umstellung auf neue Therapiesysteme beurteilt, etwa beim Wechsel auf eine Insulinpumpe oder ein AID-System. In diesen Fällen sind Schulungen, technische Einweisungen und individuelle Feinjustierungen erforderlich.
Aus Sicht vieler Befragter erhöhen auch zusätzliche Erkrankungen, die die Diabetestherapie erschweren, den Bedarf an einer spezialisierten stationären Betreuung.
Auffällig ist zudem die große Bedeutung, die der psychischen Belastung durch Diabetes beigemessen wird. Insbesondere die BehandlerInnen sehen in einer stationären Behandlung die Chance, auch die emotionalen und psychischen Auswirkungen der Erkrankung angemessen zu berücksichtigen. Damit wird deutlich, dass Diabetes nicht nur als medizinisches Problem, sondern als chronische Erkrankung verstanden wird, die das gesamte Leben beeinflusst und entsprechende ganzheitliche Behandlungsansätze erfordert.
Insgesamt zeigen die Ergebnisse der Frage des Monats sehr deutlich, dass spezialisierte Diabetes-Fachkliniken eine wichtige Rolle in der modernen Diabetesversorgung spielen. Sie werden nicht als dauerhafte Alternative zur ambulanten Betreuung gesehen, sondern als gezielte Unterstützung in besonders belastenden oder kritischen Phasen der Erkrankung. Angesichts zunehmender therapeutischer Möglichkeiten, steigender Anforderungen an das Selbstmanagement und einer wachsenden Sensibilität für psychische Belastungen verdeutlichen die Ergebnisse den hohen Stellenwert stationärer, spezialisierter Angebote. Diabetes-Fachkliniken bleiben somit ein unverzichtbarer Pfeiler einer bedarfsgerechten, ganzheitlichen und qualitativ hochwertigen Versorgung von Menschen mit Diabetes.
Abschließend noch die Frage des Monats Januar: In den sozialen Medien sind wir auf die Frage gestoßen, was Menschen im Umgang mit Diabetes Hoffnung gibt. Diese Fragestellung hat uns angesprochen und inspiriert, sie auch an unsere Community weiterzugeben, um unterschiedliche Perspektiven von Menschen mit Diabetes, ihren Angehörigen und BehandlerInnen sichtbar zu machen. Daher fragen wir Sie in diesem Monat Januar:
» Was gibt Ihnen Hoffnung im Umgang mit Diabetes? «
- Der medizinische Fortschritt/neue Behandlungsmöglichkeiten.
- Moderne Diabetestechnologie (z.B. neue Glukosemesssysteme, neue Insulinpumpen oder digitale Hilfen)
- Aussicht auf eine mögliche Heilung
- Eine gute medizinische Betreuung und verlässliche Ansprechpersonen.
- Eigene Erfahrungen und das Gefühl, den Diabetes immer besser zu verstehen.
- Unterstützung durch Familie, FreundInnen oder andere nahestehende Menschen.
- Der Austausch mit anderen Menschen mit Diabetes.
- Schulungen, Wissen und bessere Information rund um Diabetes.
- Das Gefühl, den Alltag mit Diabetes gut bewältigen zu können.
- Psychische Unterstützung oder persönliche Strategien im Umgang mit Belastungen.
- Positive Beispiele oder Vorbilder im Umgang mit Diabetes.
- Mein eigenes Engagement und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
- Momentan gibt mir wenig oder Nichts Hoffnung.
Dieser Artikel erscheint als Teil des wöchentlichen Letters zu hochaktuellen Entwicklungen im Bereich Diabetes Technologie. Nutzen Sie das nebenstehende Formular um sich für den diatec weekly Newsletter anzumelden!
Mit freundlichen Grüßen
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